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                   Luxburg

   

   
Luxburg   

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Luxburg, im 18. Jahrhundert auch Girtanner von Luxburg, ist ab 1776 der Name eines briefadeligen pfalz-zweibrückischen und ab 1813 bayerischen Adelsgeschlechts. Die Girtanner – so der bürgerliche Name – waren Färber in St. Gallen. Heinrich und Rudolf Girtanner – vermutlich vom Weiler Girtanne bei Wald im Kanton Appenzell Ausserrhoden stammend – erwarben 1387 das St. Galler Bürgerrecht.[1]

Adelserhebungen

Wappen (1790)[Bearbeiten]

Durch ein silbernes Andreaskreuz von Rot und Blau schräg geviert und belegt mit grünem Herzschild, darin ein sitzender natürlicher Luchs; der Schräglinksbalken des Andreaskreuzes belegt mit sechs nach oben gestürzten goldbeschlagenen braunenHifthörnern; der Schrägrechtsbalken mit sechs braunen Pfeilen hintereinander mit stählernen Spitzen und roten Federn. Zwei Helme; auf dem rechten mit blau-silbernen Decken der sitzende Luchs, auf dem linken mit rot-silbernen Decken ein von Rot und Blau geteilter Adlerflügel, belegt mit einem silbernen Schrägrechtsbalken, darin ein Pfeil wie im Schild. Schildhaupt: Zwei widersehende natürliche Luchse.

Schloss Luxburg[Bearbeiten]

Schloss Luxburg (47° 32′ 53,12″ N, 9° 22′ 59,38″ O) im schweizerischen Egnach war ursprünglich ein von Kaiser Friedrich III. gegen Ende des 14. Jahrhunderts angelegter altgotischer und später stark modernisierter Justizsitz des Bistums Konstanz, das dieser auch mit einem Freibrief versah. Danach wurde es Eigentum der Patrizier von Lindau.

Im 17. Jahrhundert gehörte das Schloss den Hallwylern , bevor Johann Girtanner im Jahr 1776 das Schloss erwarb. Bei seiner Erhebung in den Reichsritterstand erhielt er deshalb nach seinem Besitz den Namen Johann Ritter Girtanner Edler von Luxburg. Das Schloss liegt in einem Park mit einer Fläche von 9000 m2 nahe der Mündung des Wiilerbaches in den Bodensee. Es ist seit 1980 eines von vier Schlössern im Eigentum der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte des Winterthurer Immobilienbesitzers Bruno Stefanini.[2]

Schloss Aschach[Bearbeiten]

Schloss Aschach

Im Jahr 1874 erwarb Friedrich Graf von Luxburg (1829–1905) das Schloss Aschach bei Bad Kissingen und baute es zum Familiensitz aus, da die Familie bisher keinen eigenen Stammsitz besaß. Luxburg liebte Kunstgegenstände aller Art und richtete Schloss Aschach entsprechend ein. Im Jahr 1955 vermachte die Familie den gesamten Besitz dem Bezirk Unterfranken. Heute kann Schloss Aschach mit sämtlichen Nebengebäuden als „Graf-Luxburg-Museum“ besichtigt werden.

Namensträger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hochspringen Marcel Mayer: Girtanner im Historischen Lexikon der Schweiz
  2. Hochspringen Das Vermächtnis der Luxburg. St. Galler Tagblatt vom 13. Oktober 2012, abgerufen am 16. Oktober 2012.

 Die Grafen von Luxburg – von Appenzell
 nach Unterfranken



 Ein Lebensbild zur Zeit der Reichsgründung im Spannungsfeld zwischen
 Bayern und dem Deutschen Reich

(News4Press.com) In der Publikation „Bad Bocklet – Geschichte der Ortsteile Aschach und Großenbrach“ wird auch an die Grafen von Luxburg erinnert. Besonders herausgestellt wird Dr. iur. h. c. Friedrich Reinhard Karl Ludwig Graf von Luxburg. In der Person dieses Grafen von Luxburg zeigt sich uns ein Lebensbild zur Zeit der Reichsgründung im Spannungsfeld zwischen Bayern und dem Deutschen Reich. 

Das Geschlecht der Grafen von Luxburg war einst vom Girtannerhof im Kanton Appenzell nach St. Gallen zugewandert. Die Girtanner gehörten zu den ratsfähigen Familien und übten häufig verschiedene Ehrenämter in Zunft und Handwerk aus. Johann Girtanner aus St. Gallen, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts eine Frau namens Burckhardt aus Basel geheiratet hatte, trat in kurpfälzische und französische Dienste. Als Generalagent der lothringischen Salzbergwerke brachte er es zu großem Privatvermögen. Schließlich erwarb er die Herrschaft Luxburg am Bodensee und wurde im Jahre 1776 von Kaiser Franz Joseph II. als „Edler von Luxburg“ in den Adelsstand und einige Zeit später in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Sein Sohn, Hessen-Darmstädtischer und Pfalzzweibrückenscher Geheimer Rat erhielt während des kurpfälzischen Reichsvikariats den Grafentitel. Er war Offizier im französischen Regiment des Herzogs Max Joseph von Zweibrücken, des späteren bayerischen Königs. Dessen Sohn Friedrich, geboren in Zweibrücken, übersiedelte mit den Pfälzer Wittelsbachern nach München, wurde bayerischer Kämmerer, Staatsrat, bevollmächtigter Minister und Gesandter in Dresden, Berlin, Paris und Wien und gehörte zu den Vätern des Deutschen Zollvereins. Sein Bruder war Intendant des Mannheimer Theaters. Graf Friedrichs zweiter Sohn, namens Friedrich, wurde im Jahre 1874 Schlossherr zu Aschach. Er wurde am 21. August 1829 in Laubegast bei Dresden geboren und hatte fünf Geschwister. Seine Jugendjahre verbrachte er in Berlin und Paris. Nach dem Besuch der Pagerie in München (bis 1847) begann er das Studium an der Universität. Als 1848 wegen Lola Montez und deren Einfluss bei König Ludwig I. von Bayern Unruhen in München und in der Münchener Studentenschaft ausgebrochen waren, wählten die vaterländisch gesinnten Studenten Graf Friedrich zu ihrem Sprecher. Daraufhin empfing König Ludwig I. den Grafen. Nach Studien in Heidelberg, wo sein Onkel die „Intendantur“ des Theaters leitete, studierte Graf Friedrich in Berlin, weil sein Vater dort als Gesandter tätig war. In dieser Zeit entstanden seine z. T. persönlichen Beziehungen zum preußischen Hof. Nach dem Abschluss seiner Studien in München mit einem hervorragenden Staatsexamen wurde er 1856 als Assessor nach (Bad) Reichenhall zwecks Errichtung des Badkommissariats berufen. Im November 1858 wurde er Landrichter für (Bad) Kissingen Stadt und Land. Dies war für den arbeitsfreudigen und verantwortungsbewussten Grafen eine Gelegenheit, die Infrastruktur im Bezirk Kissingen zu verbessern. Wege und Straßen wurden erneuert bzw. neu gebaut. Handel und Gewerbe, Feld- und Wiesenwirtschaft, sowie Obstbau und Bienenzucht lagen ihm besonders am Herzen. Nach den Schulakten fehlte er bei fast keiner Prüfung im Bezirk. Auf seine Anweisung mussten die Lehrer die Schulpflichtigen in den gemeindlichen Schulgärten in der Obstbaumzucht unterrichten. Zwangsweise ließ er in einzelnen Gemeinden Apfel- und Birnbäume anpflanzen. Das Erziehungsheim in Hausen wurde eröffnet. In Bad Kissingen wurden die Salinenstraße mit Bäumen und der Altenberg mit Sträuchern und Bäumen bepflanzt. Für die Musiker des Kurorchesters, die in der Sonnenhitze am Arkadenbau spielten, ließ er einen Pavillon erbauen. Die Entwicklung der Stadt (Bad) Kissingen zu jener Zeit ist als ungewöhnlich zu bezeichnen. Im Jahre 1860 besuchten bereits 4990 Kurgäste das Bad. Auffällig war die Umstellung des Erwerbslebens auf den Kur- und Badebetrieb. Im Kurviertel, in der Schönborn- und Bismarckstraße entstanden neue Häuser. Die Barrikadenstraße (Prinzregentenstraße) und die Hartmannstraße wurden neu angelegt. Der Zwischenraum zwischen der alten Stadtmauer und verschiedenen Straßen wurde ausgefüllt. Die Einwohnerzahl (Bad) Kissingens stieg auf 2969. Im Jahre 1862 kam Kaiserin Elisabeth zu einem Kuraufenthalt. Ein Jahr später besuchte sie mit ihrem Gemahl Kaiser Franz Joseph (Bad) Kissingen. Das Kurbad Kissingen war damals noch nicht an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Fürstlichkeiten pflegten mit großem Gefolge zu reisen. Für die Sicherheit und Zufriedenheit dieser Gäste trug das Badkommissariat unter Leitung des Grafen Friedrich von Luxburg die Verantwortung. 

1864 wurde Graf Friedrich Regierungsrat in Regensburg und 1866 Polizeidirektor in München. Hier entstanden Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und König Ludwig II., so dass er 1867 als Kommissar zur Weltausstellung nach Paris und als Legationsrat und Geschäftsträger nach Berlin gehen musste. Als Verehrer von Fürst Bismarck verkehrte er häufig und gern in dessen Haus. Am kaiserlichen Hof war er gern gesehen und Königin Auguste soll ihn bevorzugt haben. Auf einem Hoffest lernte er seine künftige Ehefrau, Prinzessin Luise von Schönaich-Carolath kennen. Als Zollabgeordneten für Kissingen-Neustadt wählte ihn die Bevölkerung des Saalegaus 1868 ins Zollparlament, um an der deutschen Zolleinheit mitzuarbeiten. Im Alter von 39 Jahren wurde er zum Regierungspräsidenten von Unterfranken und Aschaffenburg ernannt. Während des deutsch-französischen Krieges (1871) war er vorübergehend als Kommissar für die Verwaltung des Departements Niederrhein in Straßburg tätig. Nach seiner Rückkehr nach Würzburg versuchte er unermüdlich Unterfranken zu einer Musterprovinz im Königreich Bayern zu machen. Wie überliefert ist, nannte man ihn später „König von Unterfranken“. Im ganzen Regierungsbezirk sollten Obst-, Wein- und Ackerbau, Vieh- und Geflügelzucht einen Aufschwung nehmen. Er erkannte, dass Schulen, Straßen und Wasserleitungen Grundvoraussetzungen für einen besseren Lebensstandard waren. Manchmal übernahm er selbst den Vorsitz in Vereinen für Gartenbau, Landwirtschaft und Viehzucht. „Für die Ausbildung der Landwirte wurden neben der Landwirtschaftsschule in Würzburg neue Schulen gegründet, Haushaltungsschulen für die Landmädchen und zukünftigen Landmädchen wurden aufgemacht. Kleinkinderbewahranstalten und Erziehungsheime wurden ... von ihm und seiner Gattin gefördert, öfters besucht und beschenkt. ... Die Bettler wußte er durch Einrichtung von Verpflegungsstationen und Verbringung in die Arbeitskolonien von der Straße und von den Häusern fernzuhalten.“ 

Bei seinen vorgesetzten Dienststellen in München war man nicht immer gut auf ihn zu sprechen. Denn wie in seinem Regierungsbezirk, so forderte er auch von den bayerischen Regierungsstellen verantwortungsbewusste Entscheidungen. Als er einmal äußerte, in Bayern seien schon Stiftungen von Regierungsministerien geschädigt worden, musste er für diesen Vorwurf Rechenschaft ablegen. Dies gelang ihm in Bezug auf die Juliusspitalstiftung in Würzburg mit durchschlagendem Erfolg. 

Quelle
http://www.news4press.com/Die-Grafen-von-Luxburg-%E2%80%93-von-Appenzell-n_549873.html

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